Das war der Frühjahrsputz in Moisling

25.03.2017
Schüler der Heinrich-Mann-Schule präsentieren die kuriosen Fundstücke, Foto: LN, Felix König

Schüler der Heinrich-Mann-Schule präsentieren die kuriosen Fundstücke, Foto: LN, Felix König

Am 24. März 2017 fand der große Frühjahrsputz in Moisling statt, den eine Anwohnerin zusammen mit Quartiersmanagerin Beate Hafemann organisierte. Zwei Stunden sammelten ca. 450 Teilnehmende gemeinsam Müll im Stadtteil. Beteiligt waren Schüler und Schülerinnen der Heinrich-Mann-Schule, eine KiTa-Gruppe, Vertreter von Rot-Weiß Moisling, der Wicherngemeinde und der Siedlergemeinschaft, Trave-Mitarbeiter, Geflüchtete und weitere Einzelpersonen. Die Lübecker Entsorgungsbetriebe stellten Handschuhe und Müllbeutel zum Sammeln zur Verfügung. Die Aktion wurde tatkräftig von den Lehrern, dem Hausmeister und der Mensaleitung der Heinrich-Mann-Schule unterstützt.
Durch den Frühjahrsputz kamen viele kuriose Fundstücke zum Vorschein: Skier, Feuerlöscher, Sessel, ein Kühlschrank, ein halbes Fahrrad, Roller, Vogelhaus, ein Aldi-Plakat und vieles weitere. Mit viel Beifall und Zurufen kürten alle Teilnehmenden die drei kuriosesten Fundstücke: 1. Platz: Feuerlöscher – 2. Platz: Sessel – 3. Platz: Skier
Anschließend gab es unter der Leitung der 10. Klassen der Heinrich-Mann-Schule eine Stärkung für alle mit Grillwurst im Brötchen und Getränken wie Kinderpunsch, den der Sky Markt Moisling spendete. Alle Beteiligten hatten viel Spaß an der Aktion und setzen sich gemeinsam für ein sauberes Moisling ein. Der Frühjahrsputz wurde durch den Verfügungsfonds des Programms „Soziale Stadt“ gefördert.

http://soziale-stadt-moisling.de/2017/04/26/das-war-der-fruehjahrsputz-moisling/

Schüler komponieren Songs

15.03.2017

Projekt „Mach deine Musik“ arbeitet mit Kindern der Heinrich-Mann-Schule.

Moisling. Innerhalb von einer Woche haben zehn Kinder und Jugendliche der Heinrich-Mann- Schule zwei Songs komponiert und diese jetzt auf der Bühne vorgestellt. Die Aktion gehört zum Projekt „Mach deine Musik“, in dem Schüler aus DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) zusammenkommen und unter professioneller Anleitung gemeinsam musizieren.
Nesreen (15) und Nirmeen (13) sind erst seit einem Monat in Lübeck und lernen gerade Deutsch. Doch an diesem Tag stehen sie in der Eingangshalle auf der Bühne und singen mit ihrer fünfköpfigen Band sogar ein Lied in der ihnen noch fremden Sprache. Auch Sami (14) ist stolz, dass er den Song mitgeschrieben und sogar gesungen hat. „Darin kommt vor, dass ich in meinen Träumen ein Fußballstar bin“, sagt der Jugendliche, der vor einem Jahr mit seinen Eltern aus dem Irak geflohen ist.
Realisiert haben die Aktion Musikproduzent Thomas Himmel (Bandboxx) und Kulturvermittlerin Uli von Welt. „Ziel des Projektes ist, Freude und Interesse an der Musik zu vermitteln und das Selbstvertrauen der Schüler zu stärken“, so Himmel. Dafür haben die beiden Dozenten sich acht Nachmittage lang mit den Schülern getroffen und die Stücke von Anfang an entwickelt. „Die Kinder wissen vom Musikhören sehr genau, was ihnen gefällt“, sagt Uli von Welt, „haben aber wenig bis keine Erfahrung im Umgang mit Instrumenten.“ Wie es trotzdem gelingen kann, am Ende ein eigenes Stück sogar auf CD mit nach Hause zu nehmen, stellen die Projektteilnehmer anderen Mitschülern und Schulleiter Dieter Butzin vor dem Konzert vor. Die Dozenten machen dazu Rhythmus-Übungen und erläutern, wie das mobile Tonstudio funktioniert. „Mach deine Musik“ ist von der schleswig-holsteinischen Landesregierung ins Leben gerufen worden und wird gefördert von der Stiftung Mercator, der Possehl-Stiftung und dem Schulverein. (kü)

Lübecker Nachrichten, 15.03.2017

Musik aus Moisling – Zuhause ist, wo meine Freunde sind

15.03.2017

Premierenstimmung im Foyer der Heinrich Mann-Schule in Moisling. Schulleiter Dieter Butzin begrüßte am Mittwoch die Beteiligten eines besonderen Projektes. „Mach deine Musik“ lautete das Motto.

Zwei sogenannte DaZ-Gruppen präsentierten ihre selbst geschriebenen, selber aufgenommenen und produzierten Songs und ihre CDs. DaZ steht übrigens für „Deutsch als Zweitsprache“. Denn in Deutsch waren die Texte zu verfassen. Eine Woche lang wurde gemeinsam gearbeitet, wurden Ideen entwickelt, besprochen, verworfen, weiter verarbeitet. Als Musik-Coaches wirkten dabei Kulturtrainerin Uli von Welt und Musikproduzent Thomas Himmel mit. Zwei Fünfergruppen bildeten die Bands. Sie hielten alle durch, kamen täglich von 14 bis 18 Uhr in den Musiksaal, sagen die Pädagogen anerkennend.

Zur Uraufführung ihrer Songs erklärten die Trainer die einzelnen Schritte. Da wurde zunächst „eingezählt“, eine Aufgabe die bei Auftritten der Drummer übernimmt. Alle Musiker müssen schließlich den gemeinsamen Anfang und das Tempo wissen. Dann wurden unterschiedliche Rhythmen geprobt. Schließlich teilten sich die Gruppen. Mit Thomas Himmel übten die Instrumentalisten, mit Uli von Welt die Texter. Einen deutschen Text zu formulieren, der sich gut singen lässt – für Zweitsprachler keine ganz einfache Sache. Sie wurde mit Bravour gelöst.

Rhythmus vom Schlagzeug wurde aufgezeichnet. Die Instrumente wie Gitarre, E-Bass, Schellen kamen hinzu, schließlich auch der Gesang. Wie das am Computer bearbeitet wird, wie man Fehler korrigieren kann – das alles erlebten die Freiwilligen des fünften und sechsten Jahrgangs mit. Was hat am meisten Spaß gemacht? Eine Antwort kam prompt und präzise: „Alles!“ Was war schwer? „Die Konzentration!“

Bands brauchen einen Namen. Auch darüber wurde diskutiert. „Moisling Arani“ wählte ein Quintett. Arani heißt in der Muttersprache der Kinder Musik. „Crazy Five“ nannte sich zweite Fünfergruppe. Zwei Songs auf CD in selbstgestaltetem Cover wurden vor großem Publikum präsentiert. Bei der Uraufführung durfte mitgeklatscht, sogar mitgetanzt werden. „Mein Traum“ hatte eine Gruppe ihren Song genannt. Am Anfang hört man die Ostsee rauschen. „Mein Leben“ hieß der zweite Titel. Zeilen aus dem Refrain blieben im Gedächtnis: „Zuhause ist, wo meine Freunde sind. Zuhause ist, wo ich sicher bin!“

Das Projekt „Mach deine Musik“ ist Teil der Aktion „Schule trifft Kultur“, die vom Land Schleswig-Holstein ins Leben gerufen wurde. Das Projekt in Moisling wurde gefördert und ermöglicht von der Stiftung Mercator, der Possehl-Stiftung, der Bandboxx gGmbH und dem Schulverein der Heinrich Mann-Schule. Die lebendige Truppe bei der Stange zu halten und zu einem produktiven Miteinander zu animieren, das war für die beteiligten Pädagogen Herausforderung und Erfüllung zugleich.
Autor: TD

HL Live, 15.03.2017,13.49 Uhr